Mac Apps / Heute: Boxee
Wie versprochen gibt es jetzt in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Ausführungen zu den von mir am meisten geliebten Mac Apps. Heute beschäftigt sich alles mit dem TV-Programm Ersatz Boxee.
Ich war schon lange auf der Suche nach einem Programm mit dem ich mir einen kleinen schicken Mediaserver einrichten kann. Gescheitert ist es meist an hässlichen und umständlichen Programmen und besonders an der Tatsache, dass so ein Mediaserver auch immer einen Mediaserver benötigt. Sprich, ein weiteres Gerät neben meinem Fernseher.
Doch dann bin ich durch Zufall schon vor einigen Monaten auf Boxee gestoßen. Damals noch in der “Closed Beta” hatte ich dem Programm eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Doch da ich mir seit einigen Wochen dem Großprojekt “Lost gucken” gewidmet habe versuchte ich dieses Mal nicht die Folgen einfach über Xbox360 oder Playstation per USB Stick zu sehen sondern Boxee in mein Schlafzimmer zu lassen….
Wie schon gesagt wollte ich eigentlich kein weiteres Gerät in Reichweite meines Fernsehers haben. Bzw. nicht direkt Geld ausgeben wenn ich nicht mal wüsste ob ich dieses auch wirklich durchgängig verwende. So begann ich zu tüfteln. Das Macbook schleppe ich eh immer mit mir rum und ich kann gut und gerne auf das Macbook Pro verzichten wenn ich einen Film / eine Serie ansehe.
Technik:
Fast schon minimalistisch gestaltet sich der technische Aufwand um deinen Flat-TV in eine Boxee Zentrale zu verwandeln. Was man als Macbook Pro Benutzer grundsätzlich braucht:
- MiniDisplayPort Adapter auf DVI
- DVI/HDMI Kabel
- 3,5 Klinke / Chinch Kabel
Einfach den MDP Adapter an das Macbook Pro anschließen, mit dem DVI auf HDMI Kabel verbinden und an einen freien HDMI Port am Fernseher anschließen. Damit der Sound auch über den Fernseher oder die Heimanlage schallen kann müssen wir noch per Klinke auf Chinch Kabel den Sound vom MBP auf die externe Soundausgabe lotsen.
Boxee:
Nachdem ihr nun wisst wie man simpel Bild und Ton auf den Fernseher transportieren könnt möchte ich mich im Folgenden auf die Beschreibung von Boxee konzentrieren. Grundsätzlich basiert Boxee auf dem Klassiker XBMC. Ein Mediacenter was für die erste Xbox geschrieben wurde und damals schon enormen Ruhm einfuhr. Auch XBMC kann in gleicher Art und Weise auf dem Mac verwendet werden allerdings fehlen hier einige wichtige Features.
Nach dem Download, Installation und dem ersten Start von Boxee müsst ihr euch erst einmal einen kostenlosen Account erstellen. Dieser dient später auch dafür über das Internet mit anderen Nutzern zu kommunizieren.
Das Programm präsentiert sich in einer sehr schicken und schlichten Optik. Alles ist auf direktem Weg zu erreichen. Ich empfehle euch einen genauen Blick auf das Bild. Im Hauptmenu könnt ihr direkt auf eure Fotos, Musik, Filme, Serien, Programme und Festplatte zugreifen.
Grundsätzlich grabbt sich Boxee auf dem Mac die Verzeichnisse wie gewohnt. Musik befindet sich in iTunes. Bilder finden sich entweder im Bilderordner oder in der iPhoto oder Aperture Library. Zusätzlich können allerdings auch in den Einstellungen weitere Ordner vergeben werden und regelmäßig auf Updates überprüft werden. Hier gibt es auch die Möglichkeit auf Quellen im Netzwerk zuzugreifen.
Unter Apps findet sich eine Auswahl von vorinstallierten Applikationen und einer Art “App-Store” wo regelmäßig neue Applikationen erscheinen. Die Auswahl gestaltet sich als angenehm groß, allerdings bemerkt man, dass Boxee aus Amerika kommt. Viele Dienste sind hier in Deutschland noch nicht wirklich bekannt und besonders ärgerlich, Dienste für Videos und Musik sind meist per IP geblockt. Allerdings gibt es auch sinnvolle Dienste wie Twitter oder Facebook die euch eure Updates auf den großen Fernseher bringen.
Zurück auf dem Startbildschirm findet ihr im linken Bereich den Feedstream der sich aus euren Applikationen und Feeds bedient und die neusten Beiträge präsentiert. In der Mitte stellt Boxee selber neue Contents bereit die euch interessieren könnten. Von Filmtrailern bis Musikvideos oder Boxeeupdates kann hier alles erscheinen. Auf der rechten Seite findet sich die Queue die ihr selber mit Inhalten füllen könnt. Besonders interessant bei Filmen oder Serienepisoden die ihr markiert um sie als nächstes zu gucken. Über den noch nicht beschriebenen Punkt “Files” könnt ihr alle Annehmlichkeiten von Boxee ausser Acht lassen und euch durch die Ordnerstruktur eurer Mac-Festplatte kämpfen.
Like a Receiver:
Klingt spannend, ja fast atemberaubend? Ist Boxee auch. Besonders weil es Serien die aus dem Internet geladen worden sind auch direkt mit Bildern versieht und sich die Episodeninformationen wie aus Geisterhand runterläd.
Doch Boxee ist in der beschriebenen Konfiguration zwar schön anzusehen, allerdings nicht zu bedienen. Steht das Macbook in Reichweite des Fernsehers, steht es zwangsweise nicht nah am Bett geschweige denn in Reichweite der Hand. So wird das Umschalten zur Qual und regelmäßiges aufstehen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich habe mich hier für die offizielle Apple Variante entschieden. Die neue Apple Remote eigenet sich ideal für Boxee und funktioniert “on-the-fly” ohne noch lange Treiber etc. zu installieren.
Mit der Remote bedient sich Boxee genauso wie sich Receiver schon immer bedienen lassen sollten. Keine unnötigen Tasten, schnelles erreichen aller essentiellen Funktionen und ein wirklich schickes Design. Bevor ich auf die Funktionen der einzelnen Tasten komme aber noch ein Wermutstropfen. Die Apple Remote ist so klein und schmal, dass sie nicht selten unter das Bett rutscht oder man sie schlicht nicht wieder findet. Hier habe ich mir schon einige Gedanken gemacht, eine Lösung bietet sich bisher allerdings nicht.
Das iPod-ähnliche Navigationswheel erklärt sich fast von alleine. Mit den Richtungstasten geht es durch das Menu und mit der mittleren Taste kommt man in den gewählten Menupunkt. Die Menutaste bitet zwei verschiedene Möglichkeiten. Bei Filmen zeigt sie das Overlaymenu an mit bekannten Buttons wie Play, Pause, Vor und Zurück spulen. In sonstigen Menustrukturen bietet die Taste die Möglichkeit jeder Zeit ein weiteres Shortcutmenu aufzurufen in dem ihr sehr schnell und minimalistisch auf alle wichtigen Punkte zugreifen könnt.
In der Kombination mit Remote ist Boxee einfach nur unschlagbar. Der Receiver läuft bei uns schon lange nicht mehr, da neben den eigenen Medien YouTube, Flickr etc. auf dem großen Fernseher in entspannter Bett-Relax Lage noch mal um einiges mehr Spaß machen.
Fazit:
Doch kommen wir nach 985 Anschlägen so langsam zu Ende. Ich habe euch alle wichtigen Features von Boxee präsentiert. Und für mich ist es nicht mehr von meinem Macbook Pro sowie meinem Fernseher weg zu denken. Boxee ist genial, schlank, verbraucht wenig Strom und bietet alles was das Fernsehprogramm und aktuelle Receiver schon lange hätten bieten müssen jedoch vergeblich immer noch nicht anbieten. Hätte Boxee jetzt noch einen Fernsehsupport würde der Receiver auf den Müll fliegen. Dementsprechend kann ich euch Boxee nur wärmstens ans Herz legen. Diese Software wird eurer Fernseherlebnis um einen hohen Prozentsatz verbessern.

Zukunft:
Vor einiger Zeit hat Boxee die Boxee Box angekündigt. Dieser schicke kleine Cube wird von D-Link hergestellt und noch in 2010 ausgeliefert. Die Boxee Box ist das ideale Gadget um deinen Receiver in Rente zu schicken. Per HDMI Anschluss geht’s direkt an den Fernseher. Per Chinch Anschlüssen an die Anlage. 2 USB Ports für deine externe Festplatte, natürlich ein Ethernetanschluss für das Internet, integriertes WiFi und einen SD Karten Slot.
Interessant ist auch die dazugehörige Remote(Fernbedienung). Sie kommt auf der Vorderseite genauso minimalistisch daher wie die Apple Remote, bietet allerdings auf der Rückseite eine vollwertige Quertz-Tastatur. Ideal also zum twittern vor dem Fernseher oder kurz bei Google nach etwas zu suchen.

